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Sonntag, 28. August 2011

Telefonieren im Irak

Für alle Sparfüchse: Es gibt voll den schlauen Trick hier!
Wenn man für Auslandsgespräche drei anstatt zwei Nullen wählt, kostet das internationale Gespräch so gut wie nichts!Also statt 0049... einfach 00049...wählen!
Den Trick hab ich von meinem Chef, der Fuchs.

Auch so ist Telefonieren hier spottbillig.Alles was man tun muss ist sich eine SIMkarte zu kaufen (gibt es direkt am Flughafen und in Telefonshops).
Entweder von Korek (das übriegens zu Orascom gehört,einer ägyptischen Firma:-)) oder Zain.
Dann Karte einlegen und aufladen.
Rechargekarten gibt es in fast jeden Supermarkt angegangen mit 5000 Dinar was ca. 3 Euros entspricht.Und los geht es.

Auch der Bbm-Service ist erhältlich.Ich benutz ihn aber nicht.Glaub der funktioniert nur über Zain und kostet geschätzte 30000 Dinar,bin mir aber nicht sicher.

Ich bin kein Bbm Fan.Ich erinner mich an Zeiten, wo Menschen kein Bbm oder Whatsap oder ähnlichen Quatsch besaßen.Man saß zusammen und konnte Konversationen führen,ohne das alle 5 Minuten ein einsames Menschlein via Bbm dazwischen funkte,um Witze zum Besten zu geben, nach dem Wetter zu fragen oder mal zu schaun, wie es dem anderen Bbm-Menschlein geht.Ernsthaft,von mir aus können auch SMS abgeschafft werden und Handys allgemein in Restaurants und Bars verboten werden.

Besonders hier.Hier hat man nämlich nicht viel zu tun in seiner Freizeit und alle Ausländer wollen mit der Aussenwelt connected sein. Besonders schlimm ist das bei den Libanesen

.Ich weiss nicht wie viele über Bbm-Nachrichten empfangende Witze ich mir anhören durfte. Arabische Witze ins Englische übersetzt sind null lustig. Ich hatte echt Mühe den richtigen Zeitpunkt zu finden,an dem ich lachen sollte.

Mathilda und Onlinedating

Gleich vorweg: Der Eintrag hat nun wirklich nichts mit dem Irak zu tun.
Seit vorgestern Abend habe ich mich in meinem Hotelzimmer verbarrikadiert und kein Sonnenlicht zu Gesicht bekommen.
Ich dachte einfach nach, viel nach. Über Kairo,über Deutschland, über die Welt, über mich und meinem Platz in dem ganzen hier.
Dann fertigte  ich eine Wunschliste mit Dingen, die ich gerne hätte in absehbarer Zukunft. Neben einer Spiegelreflexkamera, einem Oldtimer-Jaguar-Cabriolet und besseren Arabischkenntnissen setzte ich einen Freund auf die Liste. Bitte, versteht mich nicht falsch. Weder bin ich verzweifelt noch unglücklich mit meinem Singledasein.
Im Gegenteil, hier im Ausland ist ein fester Freund so ziemlich das Letzte,was ich brauche. Mit einem festen Freund kann ich meine Barabende und mein Social networking an der Bar vergessen...
Nein,aber was mach ich in Deutschland? Dort werde ich bestimmt nicht jeden Abend in einer Bar verbringen. Dort werde ich wieder ein vernünftiges Leben führen. Dazu gehört auch das Alternativprogramm zur Bar wieder zu entdecken. Was habe ich denn bloss vor dem Ausland in meiner Freizeit getrieben?
Jedenfalls bin ich jetzt bereit für ein ruhiges Leben .Ein Leben mit DVD-Abenden,ruhigen Dinnern und sowas.
Da erschließt sich die Frage: Wo zur Hölle bekomm ich nun einen Freund her?
Melody schwört auf Online Dating. Da kann man die schlechten Erbsen gleich mal aussorierten.Gar nicht so blöd.Ich hab mich also gestern aus purer Langeweile bei Elitepartner angemeldet.5 Minuten später wusste ich schon nicht einmal mehr mein Passwort. Daten für Dummies ist wohl eher mein Kaliber.
Naja,jedenfalls bekomme ich jezt täglich Emails mit Partnervorschlägen,grossartig.Hat ein bisschen was von einem Kamelmarkt. Ich habe keine einzige Mail geöffnet bis jetzt.Und wie man sich abmeldet weiss ich auch nicht. Fazit: Ansich find ich die Sache mit dem Online Dating eigentlich praktisch, aber für mich ist das nichts. Ist mir irgendwie zu erzwungen die Sache. Ich find auch so jemanden. Falls nicht, Single sein ist nun auch kein Untergang.

Meine Koffer sind übriegens so gut wie gepackt.Ich hasse das.Irgendwie hat es etwas deprimierendes an sich, wenn man sein komplettes Leben auf 23 Kg plus Handgepäck reduzieren muss....

Samstag, 27. August 2011

Ich packe meinen Koffer...zum zehntausendsten Mal!

Liebe Freunde,
verzeiht mir meine Schreibfaulheit!Momentan bin ich etwas hin-und hergerissen.Einerseits freue ich mich riesig auf Kairo!Aber ich bin auch traurig wegen Erbil.  Besonders Donnerstag hatte ich mal wieder einen ultralustigen Abend oben in der Bar.
Gestern war ich das erste Mal am Rotana-Pool.Pool. War nett,meine Gesellschaft ging so.
Die Libanesen wieder,die es nicht einsehen Englisch zu sprechen und sich selbst für ultralustig halten. Zudem meinten sie, sich einen Drink nach dem anderen reinzupfeifen. Ich beliess es bei Cola. Trinken am Tag und bei 50 Grad geht gar nicht klar. Ich durfte mich stattdessen mit so einem fetten Ami unterhalten. Der Ultralangweiler. Aber den konnte ich immerhin verstehen.
Naja,war trotzdem nett.
Danach verkroch ich mich in meinem Hotelzimmer und keiner hat mich bis jetzt zu Gesicht bekommen. Das ist immer so bei mir kurz vor Abreisen.Meine Art des Verabschiedens.Ich mach hier auch mehr oder minder einen polnischen Abgang. Sprich niemand meiner neu geschlossenen Freundschaften weiß Bescheid. Nicht einmal Edward hab ich was gesagt. Ist das fies?Ich hab nur einfach keine Lust auf emotionale Ausbrüche und einen dramatischen Abschied. Wie bereits erwähnt, sowas ist zuviel für mich.
Vielleicht schreib ich Abschiedsbriefe.Einen wollte ich für May schreiben. Hab ich vergessen. Ein anderer geht an Edward und einer an Dima, die hier eine gute Freundin ist und die Schütze kriegt auch noch ein Briefchen.Vielleicht.

Donnerstag, 25. August 2011

Bombardierung auf kurdiche Dörfer

Also nachdem vorgestern eine Demo vor meinem Büro stattfand und ich folglich zu keinen Meetings konnte (Fahrer arbeiten nicht,wenn Demos sind,auch wenn sie nur aus 250 Menschen beteht und 2 Stunden andauert...)  wurde ich auf das Problem aufmerksam.
Grund für die Demos lieferten die Türken. Die haben es nämlich auf die Dörfer am Grenzübergang ganz im Norden abgesehen.Eine Bombe traf ein Auto,in dem eine gesamte Familie inklusive Kleinkind ihr Leben ließ.
Warum die Medien davon nicht berichten? Libyen ist derzeit interessanter.
Schon absurd,einerseits ist der Markt in Erbil voll von türkischen Firmen und die beiden Länder sind wirtschaftlich fest verknüpft, andererseits sowas.
Warum die Angriffe? Wegen der PKK,einer kurdischen Kampforganisation, von der sich die Türkei bedroht fühlte.
Ich fühl mich trotzdem sicher hier.In den ersten 10 Minuten dachte ich zwar dran mich in meinem Büro einzuschliessen und unter meinem Schreibtisch zu verstecken (nicht beonders orginell,ich weiss), da ich eine kairoähnliche Revolte befürchtete, aber dann war alles cool und Erbil ist null von der Tragödie betroffen.
Also liebe Mutter, bevor du jetzt einen Herzkasper erleidest und panisch die Nachrichten der letzten 25 Jahre googlest, hier ist alles Roger. Kein Grund zur Panik.
Die zweite Nachricht war umso erfreulicher. Sonntag und Montag hab ich schon frei, Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich jetzt schon im Flieger nach Kairo.Aber gut,so warte ich halt bis Dienstag.Oh man,Kairo.Ich freu mich auf dich!

Mittwoch, 24. August 2011

Kairos Revolutionssong macht mich sentimental

Also erstmal vorweg,fuer alle die den Song " Sout al Horeya" nicht kennen:

http://www.youtube.com/watch?v=PAEt6QJJi-c&feature=related

Als ich noch in Kairo war, ist mir der Song ziemlich auf die Nerven gegangen. Man hat ihn in ungefähr jedem Taxi Kairos gehört. Sogar am Abend in den Nachtclubs gab es kein Entkommen. Sout al Horeya untermauert mit schallenden Beats. Tanz- und Feierlust hat das bei mir nun wirklich nicht ausgelöst. Die Ägypter sind jedes Mal ausgerastet vor Begeisterung.Ich summte innerlich jedes Mal Marmor,Stein und Eisen bricht.Keine Ahnung wieso. Gegenreaktion.

Aber ja, jetzt wo ich mich weit entfernt von Kairo aufhalte und durch Zufall den Song hörte,da trieb es mir ein einsames Tränchen ins Auge.
Klar,bin ja in weniger als einer Woche dort. Aber nochmal die Bilder der Revolution zu sehen und an die Zeit erinnert zu werden.
Ja,mein letztes Jahr war ziemlich verrückt,aber es war eine gute Zeit! Ich hatte eine super Zeit in Kairo und ich will die Zeit nicht missen,auch wenn sie was selbstzerstörerisches an sich hat.

Also ja,ich wollte nur mal schnell den Song posten. Für all die Leser, die diesen Song nicht kennen. Das ist der Revolutionssong für Ägypten:-)

Nun sollte ich aber mal geschwind mit der Arbeit loslegen. Sonst fliegt meine grenzenlose Faulheit am Ende doch noch auf...hahaha.

Bye Bye Gaddafi

Nach all meinen Kaffeeklatchgeschichten wollte ich mal wieder einen gescheiten Artikel schreiben.
Tja,und Libyen liefert besten Stoff dafür.Endlich scheint das Gemetzel ein Ende zu nehmen und Gaddafi wird gestürzt.Die Welt jubelt und das Volk ist endlich "frei" Aber war Gaddafi wirklich so schlimm?Um ehrlich zu sein, ich finde ihn immer noch irgendwie sympathisch.Natürlich ist es nicht richtig sein Volk dermaßen zu schaden und ich gebe zu, dass einige seiner Ideen etwa crazy waren.Sein grünes Buch mit den etwas fragwürdigen Regelungen und sein Golfcaddy waren zu viel des Guten.Ich stimme zu.Aber was ich an Gaddafi schätze ist,dass er kein Blatt vor den Mund nahm und seine Provokationen waren immerhin unterhaltsam.Und schlecht ging es dem Volk nun auch wieder nicht, wenn man ihre Freiheiten mal mit denen anderer Laender vergleicht. Immerhin durfen die Frauen in Lybien Auto fahren und muessen nicht Ihren komplettten Koerper verhuellen, wie in Saudi-Arabien beispielsweise.
Wo wir bei den Saudis sind, die konnten Gaddafi auf den Tod nicht ausstehen. Besonders Koenig Abduallah und Gaddafi waren sich alles andere als sympathisch.
Tja, der Gaga Gaddafi war Saudi Arabien und den Emiraten ein Dorn im Auge.
Und wie beseitigt man so einen Dorn, ohne das man in Ungnade faellt? Richtig, man ueberlaesst anderen Leuten die Drecksarbeit.
Tja Said Gaddafi, dass wars denn wohl mit dir. Bald bist du weg, alles was bleibt sind Erinnerungen deiner extravaganten Modekreationen und der Supersommersong "Zanga Zanga"
( http://www.youtube.com/watch?v=PSLBLHtYdxk&feature=related ),
den wir dir zu verdanken haben. Machs gut!

Dienstag, 23. August 2011

Hausnummern in Erbil

Was der Stadt fehlt sind Hausnummern!Es ist eine Katastrophe hier,besonders, wenn ich versuche, zu meinen Meetings zu gelangen...
Die Anschriften finde ich  über "yellow pages iraq" im Internet. Leider sind die sowas von unpräzise, dass es unmöglich ist, die Firmen ausfindig zu machen. Beschreibungen a la 100 Meter-Strasse gegenüber vom Shimal Palace Hotel machen es nicht einfacher.Besonders wenn das genannte Hotel überhaupt nicht besteht!
Und der dumme Fahrer macht die Sache nur noch schlimmer.Ohne Arabisch-oder Englischkenntnisse versuchen wir über den richtigen Weg zu sprechen. May explodiert bei diesen Gesprächen immer und fängt an sich wild in Rage zu reden. Ich lehn mich dann immer zurück und grinse in mich hinein. Anfangs hielt der Fahrer dagegen. Mittlerweile treffen sich unsere Blicke gelegentlich, wenn May mal wieder platzt. Und ich weiß, dass er gerade exakt dasselber denkt wie ich.

Zu den Hausnummern: Also bitte liebe Regierung, setz dich für Hausnummern ein!Das würde mein Leben und das vieler Leidensgenossen hier erheblich vereinfachen!