Twittern Blogverzeichnis hostgator coupon gnilhe.de Erlebnisse im Nahen Osten

Mittwoch, 20. Juli 2011

Arabische Musik zum Einschlafen

Nach dem gestrigen Erlebnis im Compound wollte ich nur noch schlafen.Ich haute mich ins Bett und war bereit zum Einschlummern. Wäre da nicht der Klang arabischer Musik in meinen Ohren. Klang? Nein es war ein Gedröhne.Ich übertreib nicht. Der Bass schallte durch mein Zimmer und laute Stimmen heulten irgendwelche dramatischen Lieder vor sich hin. Erst verdächtigte ich das Restaurant. Dann bemerkte ich, dass der Krach vom Fernseher meines Zimmernachbarn stammte. Boah,ich kochte im Bett.
Ich rief ihn an.Keine Antwort.War ja klar.
Ich rief die Rezeption an und kam mir gleichzeitig wie eine keifende deutsche Touristin vor. Aber ich war echt genervt. Ok,sie schicken jemanden. Ich freute mich innerlich auf den Ärger, den der Störenfried einheimsen würde.Hehe.
Es zog. Es war mucksmaeuschenstill. Für 5 Minuten zumindest. Dann ging das Spiel von vorne los. Ich rief den Rabauken abermals an.Diesmal nahm er ab.
"Mach deine Musik leiser,bitte!"
"Was?No English."
"MUSIC!TOO LOUD!!!!"
"Ah,okkkkkkkkk."
Das hatte gezogen.Ich schlummerte ruhig und selig ein.
Heute morgen hab ich aus Rache "I m a Barbie Girl" bis zum Anschlag aufgedreht. Sollte dem werten Nachbarn eine Lehre sein...

American Compound in Erbil

Die sogenannte Poolparty fand im American Compound statt. Compound ist eine Art Minidorf umgeben von Mauern mit bewachten Eingaengen. Niemand kommt unkontrolliert rein oder raus.
Mathilda war natuerlich mal wieder ohne Reisepass unterwegs. Der liegt naemlich immer noch in irgendeinem Schnarchzapfenbuero rum und wartet auf sein Visum...
Ich sah mich schon wieder nach Hause duesen.Der bloede amerikanische Soldat am Eingang wollte einfach kein Auge zu druecken. Wenn man den kleinen Fischen auch nur etwas Macht zu spricht, nutzen die das eiskalt aus.
Irgendwann kam dann ein Freund von Reema, der Libanesen, die mich mitgenommen hatte, und regelte das Problem.
Im Compound war es totenstill.. Die armen Leute dadrin leben voll im Gefaengnis. Nach 23 Uhr duerfen sie ihren Compound nicht mehr verlassen. Erinnert mich an Klaasenfahrten in der Grundschulzeit.
Wir erreichten also den Pool. Ein Haufen Amerikaner erwartete uns bereits. Meine schlimmsten Befuerchtungen wurden war. Es waren die typischen Ranzauslaender und dann noch Amis. Ich hab nichts gegen Amis an sich, aber diese gehoerten zu der Sorte, die sich fuer unfehlbar und unwiderstehlich hielten...Plus der bescheuerte Amiakzent ist fuer meine ohnehin schlechten Ohren genauso unverstaendlich wie Arabisch.
Die Jungs sind hier um rauszuholen was geht. Schliesslich laesst die USA ja auch genung Geld in den Irak fliessen....Ich biss mir auf die Lippen. Mit Vollpfosten zu diskutieren bringt nichts.
Ich sass neben einen dicken Mexikaner mit Zahnspange. Der war noch relativ lustig, aber nach ein paar Drinks etwas zu flirterig.Ich schnappte meine Tasche und verabschiedete mich. Genung fuer heute. Reema ist nett, aber fuer solche Art von Traschparties und Leute bin ich mittlerweile echt zu alt.Da bevorzuge ich meine Hotelbar! Muss ich Reema nur noch erklaeren, dass das mit Donnerstag Abend im Compound feiern nichts wird....

Dienstag, 19. Juli 2011

Pool Party in Erbil

Ic bin aufm Sprung.
Pool Party steht an. Ja, hier in Erbil!
Wer hätte sowas erwartet?
Ich hoffe, dass es keine träschige Ausländerparty ist...(Verzeiht meine Ausdrucksweise..)

Aber Pool Party um 20 Uhr ist mehr als ungewöhnlich.

Die letzte Poolparty hab ich in Kairo mitgemacht. Da war ich um 6 Uhr mit einer der letzten ankommenden Gäste.
Die Party wurde von Absolut Wodka gesponsert. Open Bar also. Um 2 Uhr hab ich schlapp gemacht. Aber die Feier war trotzdem sehr nett gewesen. Sie fand damals oben am Pool des Fairmont Hotels neben dem Tamarai statt. Es war nett, da man sich größtenteils untereinander kannte und das Ganze mehr was von einer Geburtstagsfeier hatte.

Ganz so stylisch-chic wird es dieses Mal nicht werden. Aber das ist mir egal.
Die Libanesen Rima nimmt mich heute mit.
Und neue Leute kennenlernen kann ja nicht schaden....Bericht gibts morgen!

Der allgemeine irakische Gentleman

Die westliche Welt regt sich haeufig ueber die arabischen Machos auf und wie sehr die armen Frauen unterdrueckt werden.
Stimmt, hier sind die Frauen nicht ganz so emanzipiert und eigenstaendig wie im Westen.
Aber das bringt nicht nur Nachteile mit sich!Meiner Meinung nach findet man hier noch wirkliche Gentlemaenner!
Und man gewoehnt sich ratzfatz an diesen Service. Tueren werden einen aufgehalten, Sitzplaetze angeboten und Zigaretten sofort angezuendet. In Deutschland kann ich eine halbe Stunde hilflos mit einer Kippe rumstehen und keinen interessierts.
Das die Getraenke stets vom Mann gezahlt werden kenn ich schon, hier geht es jedoch soweit, dass Frau Essen am Tisch haben muss.Das gehoert sich einfach so, dass der Mann der Frau/den Frauen essen ordert. So ende ich meist mit an einem Tisch voller Speisen obwohl ich null Hunger habe.Aber gut, dass gehoert zum guten Ton. Genauso gehoert es sich hier scheinbar, dass man aufsteht, um jemanden zu begruessen,auch wenn es nur per Handschlag ist. Bei formellen Treffen versteh ich das ja,aber unter Freunden? Ich bleib jedenfalls jedesmal ganz provokativ sitzen,man muss ja nicht alles mitmachen.
Eben jedenfalls bekam ich ein Paradebeispiel des irakischen Gentleman-daseins geboten:
Nach unserem Meeting mit der Kurdistan International Bank, wartete der Fahrer auf der anderen Strassenseite auf uns.
Strassen ueberqueren kann ich mittlerweile im Schlaf.Kairo hat mich da gepraegt.
Ich maschierte also schnurstracks rueber. May lies ich zurueck, die zierte sich mit der Ueberquerung.
Dann hoerte ich nur noch ein Quietschen von Autoreifen.
Ein Gentleman im uralten Toyota machte seinem Namen alle Ehre und fuehrte eine Vollbremsung durch, damit die May die Strasse ueberqueren kann.
Es sei nicht zu verachten, dass er dabei um beinahe ein Desaster verursachte. Hinter seiner Karre kam ein weiteres Auto so gerade eben wenige Minimeter vor der Stosstange zum Stehen.
Der Hintermann poebelte. Der Gentleman im Toyota bekam jedoch nichts mit, er war damit beschaeftig May mit breitem Grinsen hinterher zu winken....

Ein Jahr Ausland!

Wow,ich hab gerade realisiert, dass ich vor einem Jahr und 6 Tagen aufgebrochen bin nach Kairo. Wenn ich an den Tag des Abflugs denke, kommt es mir wie 10 Jahre vor.
Ich unterteile das Jahr in mehrer Episoden. Fuer einige Menschen beginnen neue Lebensabschnitte mit neuen Partnern, fuer andere mit besonderen Ereignissen (Abi,Fuehrerschein,Heirat,Rente...).
Meine Lebensabschnitte beginnen immer mit einem raeumlichen Wechsel.Eine Episode endet fuer mich mit dem Auszug. Da ich im letzten Jahr ueberdurchschnittlich haeufig umgezogen bin, hab ich auch dementsprechend viele unterschiedliche Episoden durchlebt.
Angefangen hat alles im kairoer Ortsteil Dokki, wo ich als Zwischenmieterin eingezogen war.Die eigentliche Bewohnerin war in Deutschland und nur ich, kurze Zeit eine Freundin von mir und am Ende nur ich und die reudige Katze. Waehrend dieser Zeit machte ich ein Praktikum in der Townhouse Gallery.Und zu jener Zeit startete Ramadam. Ich fastete!Ganze 4 Tage. Dann hatte das Barleben mich wieder eingefangen. Wenn man nicht fastet,kan ich Ramadam extrem langweilig sein. Kein Aegypter, egal ob Muslim oder Christ, bekommt Drinks serviert und die Handvoll Auslaender, die halbwegs normal sind, haelt sich in Grenzen.
Zu jener Zeit fand ich jedoch ein Ersatz.Zwei Bekannte schleppten mich mit ins Fitnesstudio.Da es nun mal Maenner waren, durfte ich das volle Body Building Program mitmachen. Statt Bauch,Beine und Po, stand das Kreuz, die Schultern und Arme im Mittelpunkt.Na toll. Danach hingen wir gelegentlich auf der Mangofarm von dem Bekannten rum um dann all die abtrainierten Kalorien wieder in sich reinzustopfen.Naja, oder ich ging in den Pub...

Im September fing eine neue Episode an.Die in Heliopolis.Ich hatte schon von Anfang an keinen Bock auf Heliopolis.Weit weg von allem, Monsterstrassen voll mit Bauern und superchaotisch. 2 Vorteile, die ich Helio zusprechen wuerde:
1.Unsere Uni war mehr oder minder nah dran (trotzdem eine Stunde Busfahrt)
2.Man kann sehr schoene Bleiben finden. Der Baustiel in Heliopolis ist naemlich komplett anders. Statt Klotzbauten findet man hier viele alte Villen mit Garten in ruhigen Strassen. Meine Wohnung dort war ein Traum.250qm nur von mir und meinem fabelhaften Mitbewohner behaust.Mein Mitbewohner, ein Physiklehrer aus England, war wirklich fabelhaft. Sehr ruhig und er hat sich nie ueber irgendetwas beschwert. Selbst wenn bei mir irgendwelche After Party-Gatherings unter der Woche stattfanden, keine Beschwerde.Und die Weihnachtsparty wurde auch kommentarlos hingenommen.Meine Vermieterin war Gott sei Dank jenseits der 60 und hoerte sowieso nicht so gut.
Ich glaub in Heliopolis hatte ich spassmaessig die Beste Zeit.Gut,Uni war eine Qual, aber daneben war es cool.Ich hatte die Uni, meine Fitness (World Gym kann ich nur empfehlen fuer Heliopolisopfer), meine Freundinnen (all die Maedels waren da) und jede Menge Spass.
Dank der Revolution nahm das dann ein schnelles Ende.Und auch danach wars nervig.Dank der Ausgangssperre war man in seinen Moeglichkeiten ziemlich eingeschrankt. Deswegen zog ich abermals um.
Mit einer guten deutschen Freundin zog ich nach Zamalek. Ich, sie und die beiden Katzen von ihr. Die Wohnung war bei Weitem nicht so schoen wie in Helio, aber ok.Dafur halt Zamalek!Zamalek ist mein absoluter Favourit.Hier kann man sich relativ frei bewegen, es gibt viele Auslaender, es ist mehr oder minder gruen und alle Restauranents und Bars sind vor Ort.Wenn man erstmal auf die Insel gezogen ist (Zamalek ist eine Insel), bewegt man sich nur ungern von ihr weg.
Auch hier hatte ich ein aehnlich gutes Leben, aber irgendwie war es nach der Revolution nicht mehr so wie frueher. Der Wirtschaft ging, bzw. geht es relativ schlecht und jeder macht sich Gedanken, was nach den Wahlen kommen wird.
Irgendwie beschloss ich, dass es Zeit fuer ein neues Abenteuer ist.
3 Wochen spaeter fand ich mich in Beirut wieder. Seitdem lebe ich in Hotels.
Beirut war wie ein Aufatmen.Frische Luft, alles neu, lustige Leute und viele Eindruecke. Trotzdem wusste ich, dass mein Aufenthalt nur begrenzt ist und ich bald weiter ziehe.
Und schwupps befinden wir uns in meiner derzeitigen Episode in Erbil.Man kann die Episode vielleicht in zwei Unterepisoden unterteilen (Zimmerwechsel im Hotel wegen kaputter Klimaanlage). Erste Phase war alles neu und ich aufgeregt und voellig verwirrt.Irgendetwas zwischen Kulturschock, Melodramatik und Abenteuerlust.
Nach dem Zimmerwechsel hab ich dann auch die Symphatie der Schuetze gewonnen. Muss an der Zimmeraura liegen.Scheint mich attraktiver zu machen.cool.
Was ich von meinem jetzigen Abschnitt halte,dass kann ich erst sagen, wenn er vorbei ist. So ist dass immer.Erst wenn ein Lebensabschnitt vorbei ist, erinnert man sich.Manchmal ist man froh im Nachhinein,dass er vorbei ist,manchmal trauert man dieser Zeit aber auch hinterher.Leider ist das haeufiger der Fall.Erst wenn es zu spaet ist, weiss man ,was man nicht mehr hat und nie wieder haben wird.Aber dafuer gibts wieder neues.
Ab Anfang naechsten kann ich dann angeblich in mein Haus in der English Village ziehen.Mal sehen, was das fuer ein Abschnitt werden wird...

Montag, 18. Juli 2011

Als Vegetarier in der arabischen Welt

Ich bin seit meinem 16. Lebensjahr Vegetarier und hatte nie irgendwelche Probleme damit. Man wird kurz nach dem Grund gefragt und that's it.
Hier ist dieses Konzept noch nicht so ganz angekommen.
Jedes Mal der gleiche Prozess.
"Was willt du Essen?"
"Ist mir egal,aber ich bin Vegetarier."
"Aha."
"Also ich esse kein Fleich."
"Ok,wir haben Hühnchen."
"Ess ich auch nicht."
"Fisch?"
"Nee!!"
"Was isst du dann????"
"Salat,Pasta,Kartoffeln,Omlett,Käse,Brot, irgendetwas ,wa nicht vom Tier ist!"
"Oh,Hommos!Labneh!Fattoush!"
"Mhm,habt ihr auch europäisches Essen?"
(Das ist der Moment, in dem ich in Ungnade falle...)
"Schon,aber..."
Meist lasse ich mich zum arabischen Esen breitschlagen.Hommos und Labneh find ich mittlerweile ziemlich lecker.

Und dann geht die Fragerei los.
Wie kannt du kein Fleisch essen?
Was bist du?Das ist ja voll ungesund (ja,fettiges Fleisch was trieft vor Öl it natürlich hundert Mal besser!!),
Du musst doch was auf die Rippen kriegen!

Da Gemüse,Käse und co nicht als Essen zählt, werde ich schön vollgestopft, damit ich auch ja nicht verhungere!ie meinen es halt gut mit mir...

Aber wie gesagt,langsam werde ich ein Fan der arabsichen Küche. Meine Favouriten ind Fattoush (eine Art Salat),Labneh (Art Schmierkäse) und Fool (Bohnen mit Öl).
Fool gibts meist zum Frühstück.Schmeckt superlecker.Liegt leider auch superschwer im Magen (nur kleine Portionen essen!!) und hat fatale Auswirkungen auf Verdauungssystem.....

Die Libanesen und ihr Nationalstolz

Also eigentlich bin ich ja ein Fan des libanesischen Völkchens.Aber manchmal können einige dieser Kameraden auch ganz schön anstrengd sein. Die meisten beitzen das Doppelte an Nationaltolz als wir in Deutschland zur Zeiten des 3. Reiche hatten.Alles und jeder wird mit ihrem Vaterland verglichen.Wie kann man den Irak bitte mit Beirut vergleichen? Natürlich gibt es hier nicht so zahlreiche Bars,Club und Restaurant.Und natürlich gibt es hier kein Meer.Und natürlich it die Mehrheit der Bevölkerung hier nicht so gebildet und selbtverständlich ist da Essen hier längst nicht so gut. Aber mal ehrlich liebe Libaneen, dann kommt nicht hierher ,sondern bleibt in Beirut. Ihr eit schliesslich die Nation, von der nur 4 Millionen im Vaterland leben und der Rest (ich spreche von ungefähr 15 Millionen!) im Ausland lebt.
Wenn mich jemand fragt,würden mir auch auf Anhieb 20 Dinge einfallen, die wir in Deuschland haben und die ich hier vermisse. Aber trotzdem bin ich hier und passe mich den Umständen an und mache das Beste au ihnen.
Meine Kollegin regt sich ständig auf.Über da ölige Esen, über die schmierigen Menschen, über die kurdische Musik.
Ich aber darf mir die libanesen Songs reinziehen und behaupten, dass ich sie total super finde,obwohl ich arabische Musik hasse.
Natürlich spreche ich nicht von allen Landesgenossen,aber viele von denen ,die ich traf, sind einfach so.
In Deutschland hingegen muss man sich schon zweimal überlegen, ob man sich eine deutsch Flagge in den Garten hängt ohne gleich als Nazi abgetempelt zu werden. Naja,ausser während der WM, da singen ich dann auch mal Deutschlandhymnen,hehe.